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Trident Iceni - 1.424 Nm Drehmoment und Diesel-Power im Check

Bertram Ahrens 28. April 2026
Drei Ansichten eines orangefarbenen Trident Iceni Sportwagens, gezeichnet mit einem modernen, aerodynamischen Design.

Inhaltsverzeichnis

Der Trident Iceni ist ein ungewöhnlicher britischer Sportwagen, weil er Dieseltechnik, extrem viel Drehmoment und einen sehr eigenständigen Leichtbauansatz kombiniert. Wer das Modell einordnen will, braucht mehr als nur Leistungszahlen: Entscheidend sind auch Karosserievarianten, Reichweite, die besondere Getriebephilosophie und die Frage, ob daraus je ein echtes Serienauto wurde. Genau diese Punkte ordne ich hier ein, damit klar wird, was am Iceni wirklich beeindruckt und wo seine Grenzen liegen.

Die wichtigsten Fakten zum Iceni auf einen Blick

  • Herzstück ist ein 6,6-Liter-V8-Turbodiesel mit ungewöhnlich hohem Drehmoment.
  • Trident setzte auf Torque Multiplication, also ein Konzept, das niedrige Drehzahlen und Effizienz in den Vordergrund stellt.
  • Je nach Ausbaustufe kursieren Angaben von rund 397 bis 669 PS und bis zu 1.424 Nm.
  • Der Iceni wurde als Roadster, Magna-Coupé und Venturer-Estate-Konzept gezeigt.
  • Für den Alltag ist er eher ein Nischen- und Sammlerthema als ein typischer Gran Turismo von der Stange.

Was den Iceni technisch von anderen Sportwagen trennt

Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Iceni liegt nicht in einer einzelnen Zahl, sondern in der Kombination aus Antrieb, Aufbau und Fahrphilosophie. Trident setzte auf einen aus dem GM-Umfeld stammenden 6,6-Liter-V8-Diesel, den die Marke mit eigener Getriebetechnik und dem Prinzip der Torque Multiplication verknüpfte. Die Idee dahinter ist simpel, aber für einen Sportwagen ungewöhnlich: nicht dauerhaft hohe Drehzahlen jagen, sondern das vorhandene Drehmoment so nutzen, dass der Motor früher schalten kann und dabei ruhiger, sparsamer und theoretisch effizienter arbeitet.

Dazu kommt ein Aufbau, der im Vergleich zu vielen klassischen Sportwagen ziemlich eigenständig wirkt. Das Chassis besteht aus gefaltetem Edelstahlblech, das in einer Art Industrie-Origami geformt und verschweißt wird, während die Karosserie aus GRP-Verbundmaterial gefertigt ist. Das ist nicht nur ein technisches Detail, sondern ein wichtiger Teil der Identität des Autos: Der Iceni will nicht wie ein gewöhnlicher Supersportler funktionieren, sondern wie ein handgebauter Langstrecken-GT mit ungewöhnlicher Mechanik. Genau aus diesem Grund lohnt sich der Blick auf die verschiedenen Karosserie- und Leistungsstufen.

Glänzender schwarzer Trident Iceni Sportwagen mit Doppelrohr-Auspuff und auffälligem Rad.

Die wichtigsten Daten und Varianten im direkten Vergleich

Bei diesem Modell sind die Angaben je nach Quelle und Ausbaustufe nicht immer identisch. Für die Einordnung reicht es aber, die Größenordnungen zu kennen: Der Iceni blieb nie ein Auto mit einem einzigen, klar abgegrenzten Serienstand, sondern eher ein Projekt mit mehreren Aufbauten und Leistungsstufen.

Bereich Variante Kernwerte Worauf es ankommt
Karosserie Roadster Offener Zweisitzer mit herausnehmbaren Dachpaneelen Die bekannteste Form, am stärksten auf Erlebnis und Individualität ausgelegt.
Karosserie Magna Fastback-Coupé Geschlossener, optisch straffer und als Hochgeschwindigkeits-Variante stimmiger.
Karosserie Venturer Estate- beziehungsweise Shooting-Brake-artige Interpretation Am unkonventionellsten, weil hier Nutzwert und Sportwagenanspruch zusammenkommen.
Antrieb Basisstufe rund 397 bis 400 PS, etwa 700 lb-ft beziehungsweise 950 Nm, 0-97 km/h in etwa 3,7 s, Spitze um 306 km/h Schon die Grundversion lebt vom massiven Durchzug aus niedrigen Drehzahlen.
Antrieb Leistungsupgrade rund 430 bis 436 PS, bis etwa 1.288 Nm Mehr Schub, aber immer noch auf die Diesel-typische Charakteristik zugeschnitten.
Antrieb Track-Paket bis rund 660 bis 669 PS, bis etwa 1.424 Nm, 0-97 km/h in etwa 2,9 s Die radikalste Stufe, klar näher an der Supercar-Logik als an einem sparsamen GT.

Für mich ist diese Mischung spannender als ein einfacher Zahlenvergleich. Der Iceni zeigt, dass ein Sportwagen nicht zwingend über hohe Drehzahlen definiert werden muss, sondern auch über Drehmoment, Übersetzung und eine ungewöhnliche Karosserieidee. Erst wenn man diese Varianten nebeneinander sieht, wird klar, wie eigenwillig das Konzept wirklich ist.

So fährt sich das Konzept auf dem Papier

Der Iceni ist kein Auto für klassische Hochdrehzahl-Emotionen. Wer den Klang eines frei atmenden Benziners oder das harte Ansprechen eines Leichtbau-Rennwagens erwartet, wird hier etwas anderes erleben. Das Auto lebt von Durchzug statt Drehzahl: Viel Schub kommt früh, das Getriebe kann früher hochschalten, und genau diese Fahrweise soll laut Trident den Verbrauch und die Emissionen senken.

Das klingt auf dem Papier überzeugend, hat aber einen klaren Charakterhaken. Ein hoher Drehmomentwert allein macht noch keinen perfekten Sportwagen. Auf der Straße ist das angenehm, weil Zwischenspurts kräftig ausfallen und man selten ständig zurückschalten muss. Auf der Rennstrecke wird es komplexer: Dann zählen neben Leistung auch Kühlung, Reifen, Bremsen, Traktion und die Frage, wie lange das Auto unter Last stabil bleibt. Der Iceni ist deshalb eher ein Fahrzeug für schnelle, souveräne Kilometer als für dauerhaftes Hochdrehen auf dem Rundkurs.

  • Vorteil im Alltag Viel Kraft schon unten herum, wenig Schaltarbeit, entspannter Langstreckencharakter.
  • Vorteil auf der Autobahn Hohe Elastizität, starke Zwischenbeschleunigung und theoretisch sehr große Reichweite.
  • Nachteil auf der Rennstrecke Das Dieselkonzept ist dort nicht automatisch überlegen, weil thermische Belastung und Gewicht stärker ins Gewicht fallen.
  • Nachteil für Puristen Wer Motorcharakter über Zahlen stellt, wird den linearen Dieselcharakter als weniger emotional empfinden.

Genau deshalb ist der Iceni kein Sportwagen, den man nur über Beschleunigungswerte erklären sollte. Seine eigentliche Stärke liegt in der ungewöhnlichen Balance aus Kraft, Effizienz und Langstreckendenken, und das führt direkt zur Reichweitenfrage.

Reichweite, Verbrauch und was davon wirklich plausibel klingt

Trident hat beim Iceni mit sehr großen Zahlen gearbeitet: Bis zu 2.000 Meilen, also rund 3.200 Kilometer, wurden für eine besonders ruhige, konstante Fahrweise in Aussicht gestellt. Dazu kamen Angaben von ungefähr 4 Litern Diesel auf 100 Kilometer bei konstant 113 km/h. Solche Werte klingen spektakulär, sind aber im Kern theoretische Bestwerte unter sehr kontrollierten Bedingungen und keine realistische Norm für Alltag oder sportliche Nutzung.

Genau hier muss man sauber unterscheiden. Ein großvolumiger Diesel mit hoher Übersetzung kann bei gleichmäßigem Tempo durchaus sehr effizient sein, aber sobald Tempo, Last oder Streckenprofil wechseln, verschiebt sich das Bild schnell. Wer das Auto in der Praxis bewegen würde, müsste deshalb mit einem deutlich breiteren Verbrauchskorridor rechnen. Für einen echten Käufer in Deutschland käme noch ein zweiter Punkt dazu: Ein solches Nischenfahrzeug wäre eher ein Import-, Sammler- oder Präsentationsobjekt als ein problemloser Alltagswagen, weil Zulassung, Ersatzteilversorgung und technische Dokumentation eine größere Rolle spielen als bei einem normalen Serienmodell.

Interessant ist der Iceni also nicht, weil man die Reichweitenangaben blind glauben sollte, sondern weil er zeigt, wie weit sich ein Sportwagen vom üblichen Benzin-Schema entfernen kann. Das führt direkt zur Frage, warum dieses Auto trotz starker Daten kein normales Serienmodell wurde.

Warum der Iceni trotz starker Zahlen ein Nischenmodell blieb

Der schwächste Punkt des Iceni war nie die Idee, sondern ihre Umsetzung in den Markt. Ein handgebautes Auto mit ungewöhnlicher Dieseltechnik, spezieller Getriebephilosophie und mehreren Karosserievarianten ist teuer, komplex und schwer zu industrialisieren. Genau das macht den Wagen zwar faszinierend, aber zugleich anfällig für Verzögerungen, Finanzierungslücken und den klassischen Zwiespalt zwischen Prototyp und echter Serie.

Hinzu kommt, dass der Diesel-Begriff im Sportwagenumfeld im Laufe der Jahre an Charme verloren hat. Was anfangs als technische Provokation wirkte, wurde später durch die veränderte öffentliche Wahrnehmung von Dieselantrieben schwieriger zu vermarkten. Laut öffentlichen Berichten gab es zudem lange Zeit keine belastbaren Hinweise auf eine breite Kundenauslieferung, obwohl der Hersteller mit Demonstratoren und Entwicklungsfortschritten arbeitete. Für ein Nischenauto ist das nicht ungewöhnlich, aber es erklärt, warum der Iceni heute eher als technisches Statement in Erinnerung bleibt als als Auto mit großer Markthistorie.

Aus dieser Perspektive ist der Iceni weniger ein gescheitertes Projekt als ein Beispiel dafür, wie hart der Weg von einer guten Idee zum tatsächlich sichtbaren Serienfahrzeug ist. Genau das macht ihn für Technikfans und Motorsport-Leser trotzdem interessant.

Was ich 2026 beim Iceni für wirklich wichtig halte

Stand 2026 würde ich den Iceni vor allem als Gesprächsstoff für Enthusiasten, Sammler und Technikinteressierte betrachten. Wer sich ernsthaft damit beschäftigt, sollte nicht zuerst auf die Traumwerte schauen, sondern auf die handfesten Punkte: Gibt es ein belastbares Fahrzeugdossier, ist die jeweilige Ausbaustufe dokumentiert, wie ist der Zustand von Antrieb, Elektronik und Karosserie, und welche Teileversorgung ist realistisch? Bei einem Projekt dieser Art ist die Dokumentation fast so wichtig wie das Auto selbst.

Für Leser von Track-Parts24.de ist das Modell vor allem deshalb spannend, weil es zeigt, wie weit sich Performance-Engineering denken lässt, wenn man nicht automatisch dem typischen Benzin-Supersportwagen folgt. Der Iceni bleibt ein seltenes, eigenwilliges Fahrzeugmodell mit beeindruckenden Zahlen, aber auch mit klaren Grenzen. Genau diese Mischung macht ihn dauerhaft interessant: nicht als Massenprodukt, sondern als konsequent ungewöhnlicher Versuch, Diesel, Langstrecke und Sportwagencharakter in ein einziges Auto zu bringen.

Häufig gestellte Fragen

Der Trident Iceni kombiniert einen 6,6-Liter-V8-Turbodiesel mit extremem Drehmoment von bis zu 1.424 Nm. Sein Fokus liegt auf Effizienz durch niedrige Drehzahlen, was ihn deutlich von klassischen Hochdrehzahl-Sportwagen unterscheidet.

Die Basisversion startet bei rund 400 PS. Mit dem Track-Paket steigt die Leistung auf bis zu 669 PS und 1.424 Nm Drehmoment, was eine Beschleunigung von 0 auf 97 km/h in nur 2,9 Sekunden ermöglicht.

Laut Herstellerangaben soll der Iceni mit einer Tankfüllung bis zu 3.200 Kilometer weit fahren können. Dieser theoretische Bestwert basiert auf einer sehr konstanten Fahrweise und einem extrem niedrigen Durchschnittsverbrauch.

Das Fahrzeug wurde in drei Varianten präsentiert: als offener Roadster, als Fastback-Coupé namens Magna und als Shooting-Brake-Konzept unter der Bezeichnung Venturer. Jede Version verfolgt einen eigenständigen Designansatz.

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Autor Bertram Ahrens
Bertram Ahrens
Ich bin Bertram Ahrens und seit vielen Jahren im Bereich Motorsport, Performance Tuning und Fahrtechnik tätig. Meine Leidenschaft für schnelle Autos und innovative Technologien hat mich dazu gebracht, als Fachredakteur und Branchenanalyst zu arbeiten. In dieser Zeit habe ich umfassende Kenntnisse über die neuesten Trends und Entwicklungen in der Motorsportbranche gesammelt, die ich in meinen Artikeln anschaulich präsentiere. Mein Ansatz besteht darin, komplexe technische Informationen zu vereinfachen und objektiv zu analysieren, sodass sowohl Enthusiasten als auch Neulinge die Inhalte leicht verstehen können. Ich lege großen Wert auf gründliche Recherchen und die Verifizierung von Daten, um sicherzustellen, dass meine Leser stets präzise und aktuelle Informationen erhalten. Mein Ziel ist es, eine vertrauenswürdige Quelle für alle zu sein, die sich für Motorsport und Tuning interessieren. Ich strebe danach, meine Leser zu inspirieren und ihnen zu helfen, ihre Leidenschaft für das Fahren und die Technik dahinter zu vertiefen.

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